Kirchheim Open 2016

Die Gewinner der Kirchheim Open 2016 (v. l. Thomas Gruber, Martin Herrig, Denis Duchesne)
Die Gewinner der Kirchheim Open 2016 (v. l. Thomas Gruber, Martin Herrig, Denis Duchesne)
Die Wettbewerbsleiter Uli Trautwein und Michael Seyfang beim Briefing.
Die Wettbewerbsleiter Uli Trautwein und Michael Seyfang beim Briefing.
Rang Name Land Jug. World Cup
Alle Ergebnisse als PDF
1Martin  HerrigDEDE50
2Denis  DuchesneBEBE40
3Thomas GruberDEDE30
4Bernhard HenschelDEDE25
5Hans RossmannATAT20
6Jens BuchertDEDE19
7Andreas HerrigDEDE18
8Lucas GüntherDEDE17
9Jürgen PölzlATAT16
10Wolfgang HirtATAT15

Wetterpech zum dritten – Oder besser: Der April macht was er will…

Vor zwei Jahren reichte es gerade so für 2 Runden, letztes Jahr konnten wir sogar nur eine Runde fliegen und in diesem Jahr? Jeder der etwa 70 angemeldeten Piloten hatte wohl den gleichen Gedanken – dieses Jahr wird Petrus hoffentlich ein Einsehen haben. Die Wetterprognose verhieß jedoch wieder nichts Gutes. Für Samstag waren Regen und für Sonntag Schnee vorhergesagt – typisches Aprilwetter also.

Vom Freitag kann ich diesmal leider nur wenig berichten, da wir erst spät Abends unsere Unterkunft erreichten. Soweit ich weiß konnte einige fleißig trainieren und waren somit gut vorbereitet auf die Bedingungen auf der Schwäbischen Alb.

Der Samstag begann wolkig aber trocken. Das Briefing stimmte diesmal etwas nachdenklich. Es gab eine Schweigeminute. Der langjährige F3B-Pilot und zweifache Familienvater Hans-Peter Gölz war vor wenigen Wochen plötzlich und völlig unvermittelt verstorben. Nach wie vor waren viele fassungslos, war Hansi doch ein erfolgreicher Pilot und großer Förderer dieses Sports. Aktiv war er nicht nur als Contest – Manager, Aktivensprecher, Organisator der F3B-WM 2003 in Kirchheim unter Teck sondern auch als Modellhersteller und Wettbewerbsorganisator. Nur wenige haben in den letzten Jahren so viel für unseren Sport gemacht, wie er. Wir wünschen seiner Familie alles Gute für die Zukunft.

Dann ging es los. Regenradar und Wetterprognosen versprachen zumindest für ein paar Stunden fliegbare Bedingungen. Die Wettbewerbsleitung um Michael Seyfang und Uli Trautwein entschied sich deshalb mit Speed zu beginnen. Gar nicht so einfach, wie sich schnell zeigte. Schwacher Wind, kaum Thermik und phasenweise leichter Regen. Schnelle Zeiten waren da Fehlanzeige. Die meisten mussten sich mit 17er und 18er Zeiten zufrieden geben. Nur wenige konnten 16er Zeiten fliegen. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Martin Herrig mit seinem neuen Freestyler 5. Eine 16,74 s Zeit unterbot erstmal keiner. Erst Thomas Dylla hatte Glück mit den Bedingungen. Leichter Wind, gute Luft und kein Regen – alles war nötig für eine 16,09 s Zeit und den Tausender.

Es sollte direkt weitergehen mit Streckenflug, doch aufziehende dunkle Wolken ließen die eine oder andere Sorgenfalte erscheinen. Viel mehr als eine Gruppe konnte auch nicht fliegen, dann begann es stark zu regnen. An fliegen war damit erstmal nicht zu denken. Einige Teilnehmer vertrieben sich die Zeit mit Sommerbiathlon. Martin Weberschock hatte ein Lasergewehr und einen Schießstand mitgebracht . Drei Runden laufen und zweimal 5 Schuss. Und für jeden Fehlschuss eine Strafrunde. Da kamen viele trotz kühler Temperaturen etwas ins Schwitzen. Es zeigte sich, dass die Leistungsdichte im F3B auch auf die sportliche Ebene übertragen werden kann. So lagen beispielsweise Andreas Kunz, Thomas Dylla und Reinhold Krischke bei der Gesamtzeit eng beieinander und am Ende entschied vor allem die Schießleistung über Sieg oder Niederlage. Andere nutzten die Zeit eher für konstruktive Gespräche über die Zukunft unseres Sports.

Mehr sportliches gab es an diesem Tag leider nicht. Die Wolkenbasis lag unterhalb der Platzhöhe, wir versanken somit in der grauen Suppe. 15 Uhr wurde der Wettbewerb dann auch offiziell unterbrochen und alle zogen sich in ihre Unterkünfte zurück um eine warme Dusche zu nehmen und bei gutem Essen die Wetterprognose des nächsten Tages auszuwerten.

Der Sonntag empfing uns mit Schnee fall und tiefhängenden Wolken. Bis circa 10 Uhr hieß es wieder abwarten und kleine Schneebälle bauen. Dann rief der Veranstalter alle Piloten zu einem kurzen Briefing zusammen und beschloss die Windenrichtung in westlicher Richtung zu schließen und mit Zeitflug fortzusetzen. Eine gute Entscheidung, denn auf der östlichen Seite waren die Wolken deutlich höher und der leichte Rückenwind reduzierte die Starthöhen zusätzlich. Die 10 Minuten Flugzeit war trotzdem kaum ein Problem, schwieriger war eher die Landung auf dem leicht abfallenden Gelände und den Wirbeln hinter dem Wald.

Es fehlte noch der Streckenflug um die Runde zu komplettieren. Hier ging es teilweise rasant zur Sache. Einige Gruppen mühten sich bei schwacher Thermik mit 21 Strecken ab, andere konnte in starker Thermik Kreisen und mehr als 30 Strecken fliegen. So schaffte Martin Herrig 29 Strecken und Markus Becker 32. Aber es gab eine Gruppe, wo selbst das noch nicht reichte. Thomas Dylla schaffte sogar 36 Strecken. Nicht nur die Thermik stand über die gesamten Rahmenzeit perfekt im Kurs, auch die Taktik und die Ansage der B-Wenden kam präzise, trotz des hohen Tempos.

Wegen der Wetterkapriolen war die Zeit nach Ende der ersten Runde nun schon weit fortgeschritten, trotzdem besagen die Regeln, das ein gültiger Wettbewerb mindestens eine Runde und eine komplette Aufgabe umfassen muss. Also ging die Wettbewerbsleitung ran ans Werk und rief ein finalen Speed aufs Programm. Die angekündigten Schauerunterbrechungen zwangen sie allerdings dazu in der Reihenfolge der Startliste zu fliegen, damit eventuell ein Gruppensplitting gemacht werden konnte. Leider wurde es damit auch zur Thermik-Lotterie.

Vor allem der zwischenzeitlich führende Thomas Dylla bekam dies zu spüren. Bei ihm waren die Bedingungen so schlecht, dass eine gute Ausgangshöhe genauso unmöglich war, wie ein schneller Flug. Ein bisschen Frust war dann auch dabei, als er an der ersten B-Wende zu früh ansetzte und das Signal nicht kam. Etwas mehr Glück mit den Bedingungen und größeres Geschick in der Umsetzung hatte Martin Herrig. Er folg eine 13,9er Zeit und gewann den Wettbewerb souverän vor Denis Duchesne und Thomas Gruber. Übrigens den Tausender in diesem Speed flog Bernhard Henschel mit einer 13,4 s Zeit.

In der Jugendwertung setzte sich Bernhard Flixeder aus Österreich vor Johannes Krischke durch. Die Speedwertung ging ebenfalls an Martin Herrig und die Teamwertung gewann das Team „FOO“ (Martin und Andreas Herrig, Lucas Günther). Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern.

Uns was bleibt zum Abschluss dieses Berichts. Wohl nur ein Wort des Dankes an die Piloten und den Wettbewerbsveranstalter. Ein großer Dank vor allem an die Helfer, die trotz Kälte und Nässe nicht gestreikt haben, sondern fehlerlos die Linie besetzten. Eine Dankeschön auch an die beiden Wettbewerbsleiter Michael Seyfang und Uli Trautwein, bei diesen Bedingungen ist es nicht immer leicht einen Wettbewerb zu managen. Und natürlich auch ein Dank an alle weiteren Helfer des MSC Kirchheim und bis zum nächsten Mal, bei (hoffentlich) strahlendem Sonnenschein auf der Schwäbischen Alb.

PS: Jetzt ist erstmal Pause, da Südfrankreich doch etwas weit ist und ich in Dresden als Helfer agiere, berichten werde ich aber trotzdem ein wenig 😉

Alle Ergebnisse findet ihr auch hier: Alle Ergebnisse (zip-Ordner)